Für ein starkes Hagen: Handwerk legt zehn Handlungsansätze für den Wirtschaftsstandort vor

Kreishandwerkerschaft übergibt Oberbürgermeister konkrete Vorschläge zu Vergabe, Bildung und Fachkräftesicherung

Hagen. Das Hagener Handwerk legt zehn Handlungsansätze für den Wirtschaftsstandort vor. Unter dem Titel „Für ein starkes Hagen“ richtet die Kreishandwerkerschaft Dortmund Hagen Lünen konkrete Vorschläge an Politik und Verwaltung. Stadthandwerksmeister Bernd Marquardt und Hauptgeschäftsführer Sebastian Baranowski haben das Papier am 28. September 2026 Oberbürgermeister Dennis Rehbein übergeben. Die Vorsitzenden der Ratsfraktionen erhielten es am selben Tag. Es soll Grundlage für einen gemeinsamen Dialog über bessere Standortbedingungen sein.

„Das Handwerk gehört zu Hagen und übernimmt seit Generationen Verantwortung für diese Stadt – als Arbeitgeber, Ausbildungsbetrieb und als Teil der Stadtgesellschaft“, erklärt Marquardt. „Deshalb wollen wir uns auch einbringen, wenn es um die Zukunft Hagens geht. Dabei geht es uns nicht um einen Wunschzettel des Handwerks, sondern um konkrete Vorschläge, von denen Handwerk und Stadt gemeinsam profitieren.“

Die Handlungsansätze reichen von Gewerbeflächen und Wirtschaftsverkehr über kommunale Vergabe und Verwaltungsverfahren bis zu beruflicher Bildung, Fachkräftesicherung und Stadtentwicklung.

Einen Schwerpunkt bildet die kommunale Vergabe. Die Kreishandwerkerschaft schlägt eine gemeinsame Ist-Analyse vor. Sie soll zeigen, wie stark sich Handwerksbetriebe an kommunalen Ausschreibungen beteiligen, wohin Aufträge vergeben werden und welche Hemmnisse insbesondere kleine und mittlere Betriebe von einer Teilnahme abhalten.

„Wir wollen zunächst wissen, wie die Vergabepraxis tatsächlich aussieht: Welche Gewerke beteiligen

sich, wo gibt es Schwierigkeiten und wie viel der kommunalen Wertschöpfung bleibt in Hagen und

der Region?“, erläutert Marquardt. „Auf dieser Grundlage können wir gemeinsam mit der Stadt sehr

konkret darüber sprechen, wo Veränderungen sinnvoll und möglich sind.“

Ein weiterer Schwerpunkt ist die berufliche Bildung. Die Kreishandwerkerschaft spricht sich dafür aus, den notwendigen Neubau des Cuno-Berufskollegs auf dem Campus der FernUniversität in Hagen zu realisieren und dort einen gemeinsamen Bildungscampus zu entwickeln. Bereits 2024 hat die

Kreishandwerkerschaft ihre Hagener Geschäftsstelle bewusst auf den Campus verlegt, um Handwerk und Wissenschaft stärker miteinander zu verbinden.

„Wir reden seit Jahren über die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung. In Hagen haben wir die Chance, sie an einem gemeinsamen Standort tatsächlich sichtbar zu machen“, betont Marquardt. „Ein Bildungscampus mit FernUniversität, Berufskolleg und Handwerk wäre dafür ein starkes Signal – und vor allem eine echte Chance für den Bildungsstandort Hagen.“

Ergänzend schlägt die Kreishandwerkerschaft ein „Jahr des Handwerks in Hagen“ vor. Gemeinsam mit Stadt, Schulen und Betrieben sollen Ausbildung, berufliche Perspektiven und die Bedeutung des Handwerks durch Aktionen an Schulen, Betriebsbesuche, offene Werkstätten und Veranstaltungen stärker sichtbar werden.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Handwerks ist erheblich: In Hagen sind 1.696 Handwerksbetriebe eingetragen. Mehr als 10.000 Menschen sind im Handwerk tätig, die Unternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 1,15 Milliarden Euro. Hinzu kommen 698 Auszubildende in 396 Ausbildungsbetrieben.

Damit die Vorschläge nicht auf dem Papier bleiben, regt die Kreishandwerkerschaft einen jährlichen Spitzendialog zwischen Stadt und Handwerk an. Dort sollen gemeinsame Projekte, aktuelle Herausforderungen und die Umsetzung der Handlungsansätze regelmäßig beraten werden.

Hauptgeschäftsführer Sebastian Baranowski fasst den Anspruch des Papiers zusammen: „Wir wollen nicht erklären, was in Hagen alles nicht funktioniert. Wir wollen gemeinsam daran arbeiten, was besser funktionieren kann. Unser Ziel ist dabei nicht ein starkes Handwerk um seiner selbst willen. Unser Ziel ist ein starkes Hagen.“

Bildmaterial

Bildunterschrift: Stadthandwerksmeister Bernd Marquardt, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Sebastian Baranowski

Foto: Kreishandwerkerschaft Dortmund Hagen Lünen. Abdruck honorarfrei bei Nennung der Quelle.

Über die Kreishandwerkerschaft Dortmund Hagen Lünen

Die Kreishandwerkerschaft Dortmund Hagen Lünen ist die Interessenvertretung des organisierten Handwerks in Dortmund, Hagen und Lünen. Die Körperschaft des öffentlichen Rechts vertritt gemeinsam mit ihren 33 Innungen die angeschlossenen Handwerksbetriebe gegenüber Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Sie unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe mit

einem breiten Dienstleistungsangebot und übernimmt Aufgaben in der beruflichen Bildung und der Selbstverwaltung des Handwerks. Geschäftsstellen bestehen in Dortmund und Hagen.

Pressekontakt

Sebastian Baranowski · Hauptgeschäftsführer

Telefon 0231 5177 – 110 · baranowski@kh-handwerk.de

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