Friseur-Innung Dortmund Hagen Lünen sieht Betriebe vor wachsenden Herausforderungen
Dortmund/Hagen/Lünen – Qualifizierte Fachkräfte zu finden und langfristig an den eigenen Betrieb zu binden, wird für Friseursalons zunehmend schwieriger. Die Erfahrungen einer Saloninhaberin aus Hohenlimburg stehen dabei beispielhaft für eine Entwicklung, die viele Betriebe im gesamten Bezirk der Friseur-Innung Dortmund Hagen Lünen beschäftigt. Neben dem fehlenden Nachwuchs verändern sich auch die Erwartungen an Arbeitsbedingungen und Arbeitgeber.
Eine wesentliche Ursache für die angespannte Personalsituation ist der seit Jahren rückläufige Nachwuchs im Friseurhandwerk. Gleichzeitig sind erfahrene Fachkräfte häufig bereits in festen Beschäftigungsverhältnissen gebunden und stehen dem Arbeitsmarkt nur eingeschränkt zur Verfügung.
Hinzu kommt, dass ausgebildete Friseurinnen und Friseure teilweise in andere Branchen wechseln. Der Wettbewerb um qualifiziertes Personal hat sich dadurch weiter verschärft.
Veränderte Erwartungen an die Arbeitswelt
Nach Einschätzung der Friseur-Innung lässt sich die schwierige Personalsuche allerdings nicht allein auf fehlende Bewerberinnen und Bewerber zurückführen. Auch die Erwartungen an das Berufsleben haben sich verändert. Flexible Arbeitszeiten, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, ein gutes Betriebsklima sowie berufliche Entwicklungsmöglichkeiten spielen bei der Wahl des Arbeitgebers eine zunehmend wichtige Rolle.
Für die Betriebe bedeutet dies, dass sie sich stärker mit ihrer Attraktivität als Arbeitgeber auseinandersetzen müssen. Dabei treffen die Wünsche der Beschäftigten nicht immer auf die betrieblichen Möglichkeiten. Gerade kleinere Salons müssen Arbeitszeiten, Kundenwünsche und wirtschaftliche Anforderungen miteinander vereinbaren. Pauschale Vorwürfe einer mangelnden Leistungsbereitschaft oder Zuverlässigkeit werden dieser Entwicklung aus Sicht der Innung jedoch nicht gerecht.
Ausbildung bleibt entscheidend
Eine zentrale Bedeutung bei der langfristigen Sicherung des Fachkräftebedarfs kommt der eigenen Ausbildung zu. Junge Menschen müssen frühzeitig für das Friseurhandwerk gewonnen und über die vielfältigen beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten informiert werden. Neben fachlichen Fähigkeiten vermittelt die Ausbildung auch Kundenorientierung, Verantwortungsbewusstsein und unternehmerisches Denken.
Unterstützung erhalten die Betriebe unter anderem durch die Kreishandwerkerschaft Dortmund Hagen Lünen. Mit dem Projekt „Passgenaue Besetzung“ begleitet sie Unternehmen bei der Suche nach geeigneten Auszubildenden und unterstützt Jugendliche beim Einstieg in eine berufliche Ausbildung.
Attraktive Arbeitsplätze brauchen wirtschaftliche Grundlagen
Aus Sicht der Friseur-Innung gehört zur Fachkräftesicherung auch die Frage, unter welchen wirtschaftlichen Bedingungen die Betriebe arbeiten. Wer qualifizierte Fachkräfte gewinnen, angemessen bezahlen und dauerhaft beschäftigen will, muss die dafür notwendigen Einnahmen erwirtschaften können.
Steigende Personal-, Ausbildungs- und Betriebskosten müssen sich deshalb auch in den Preisen für Friseurdienstleistungen widerspiegeln können. Die gesellschaftliche Wertschätzung handwerklicher Arbeit darf sich nicht allein auf die Anerkennung der beruflichen Leistung beschränken, sondern muss auch die Bereitschaft einschließen, für qualifizierte Dienstleistungen angemessene Preise zu bezahlen. Der Fachkräftemangel im Friseurhandwerk ist damit nicht allein eine Frage fehlender Bewerbungen. Entscheidend sind eine stärkere berufliche Ausbildung, zeitgemäße Arbeitsbedingungen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die es den Betrieben ermöglichen, attraktive und langfristig sichere Arbeitsplätze anzubieten.
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